Immer wieder wurde dem Verbraucher gesagt, dass Apple-Produkte sicher seien und dass man sich nicht um die auf Apple-Produkten gespeicherten Daten sorgen müsse. Jedoch gab es in der Vergangenheit immer wieder Fälle, in denen Hacker die Sicherheitsvorkehrungen des iPhones überbrückten, und sich Zugang zu allen gespeicherten Informationen verschaffen konnten. Selbstverständlich wurde jedes iOS Update als das bis jetzt sicherste angepriesen. Die verbesserte Technik und neuen Innovationen brachten allerdings nicht nur Vorteile mit sich. Mit der Einführung des Sprachassistenten Siri wollte Apple den nächsten Schritt in der Benutzerfreundlichkeit gehen. Allerdings brachte genau diese neue Benutzerfreundlichkeit signifikante Probleme mit sich, denn Siri konnte bis dato immer wieder für böse Zwecke missbraucht werden. So halten sich bis heute hartnäckige Gerüchte, dass Siri mithört und private Informationen an alles und jeden, der nur die richtigen Frage stelle, weitergeben könnte.

 

All das sollte jedoch mit iOS 12 der Vergangenheit angehören. Ein deutlich verbessertes Sicherheitskonzept und eine „intelligentere“ Version von Siri sollten allen Versuchen die Sicherheitsmechanismen zu umgehen einen Riegel vorschieben. Umso erstaunlicher ist es, dass nun eine gewaltige Sicherheitslücke in iOS 12 auftauchte, die es Fremden wieder einmal ermöglicht, auf die Daten fremder iPhones zuzugreifen. Hierbei handelt es sich um einen Systemfehler, der es erlaubt die Passwort Sperre des iPhone zu umgehen. Und zwar nicht irgendwie, aber durch eine von Apples Lieblingserfindungen: Siri. Um das Passwort zu umgehen, muss man sich nur die VoiceOver Funktion von Siri, eine Hilfe für Menschen mit Sehbehinderungen, die dem Benutzer genau sagt, was gerade auf dem iPhone-Display vor sich geht, zu eigen machen. Im schlimmsten Falle können Fremde sich somit Zugang zu den Kontaktlisten, sowie über sämtlichen sich auf dem iPhone befindenden Bildern verschaffen. Dazu könnten sie auch Kalendereinträge verändern und Nachrichten lesen. Kurzum: Weiß man nur wie, kann man sich fremde iPhones und sämtliche gespeicherten Informationen die es enthält, zu eigen machen, ohne jemals eine PIN eigegeben zu haben. Es sollte allerdings erwähnt werden, dass hierfür ein physischer Zugang zum iPhone gewährleistet sein muss. Passt man also auf sein iPhone auf und gibt es nicht bedingungslos anderen Menschen in die Hand, hat man hier wenig zu befürchten. Will man ganz auf Nummer sicher gehen, sollte man Siri komplett deaktivieren und zum Entsperren des iPhones grundsätzlich die Face-ID, die Apple mit dem neuen iPhone X anbietet, nutzen.

Trotz und vor allem wegen dieser neuerlichen Probleme, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Apple eine aktualisierte iOS12 Version auf den Markt bringen wird, die diese erwähnten Sicherheitslücken schließen sollte. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass Apple sich Vorwürfen gegenübersieht und nicht schnell genug reagiert.