Schlechte Apps leicht erkennen

Den Download kann man sich sparen – das hört oder liest man im Zusammenhang mit bestimmten Apps immer wieder. Entweder, weil die Anwendung andauernd abstürzt, sich kaum bedienen lässt, grottenschlecht übersetzt wurde oder einfach mit penetranter Werbung nervt. Mit ein paar einfachen Tricks entlarven Sie viele dieser Schrott-Apps noch vor dem Download.

 

Schnell-Check: Unseriöse App-Bewertungen

Schlechte Noten: Für die App „Phone Tracker – Finden Sie Freunde“ hagelt es harte Kritik in deutlicher Sprache.

Schlechte Noten: Für die App „Phone Tracker – Finden Sie Freunde“ hagelt es harte Kritik in deutlicher Sprache.

Die Bewertungen im App Store dienen vielfach als wichtiges Kriterium beim App-Kauf. Das macht es für manchen Anbieter lukrativ, sich selbst um Top-Bewertungen zu kümmern. Apple hat einiges unternommen, um Entwickler, die in betrügerischer Absicht App- Bewertungen modifizieren oder modifizieren lassen, stärker zu bestrafen. Zwei wichtige Checks helfen, gefälschte Bewertungen zu erkennen:

Datums-Check: Sehen Sie sich das Datum der App-Rezensionen an. Bekommt eine dem Namen nach bislang unbekannte App innerhalb weniger Tage nach ihrem Erscheinen überdurchschnittliche viele 5-Sterne-Bewertungen, deutet dies auf eine Manipulation hin.

Wertungs-Check: Vermuten Sie bei einer 5-Sterne-Bewertung Schiebung, sehen Sie sich an, welche Apps der betreffende Rezensent noch bewertet hat. Dazu klicken Sie den Namen in iTunes unter Windows oder am Mac an. Bewertet er keine Apps von anderen Anbietern nur schlecht, weist das auf eine mögliche Gefälligkeitsbewertung hin.

 

Rezensionen filtern: So lassen Sie gezielt nur die schlechten App-Bewertungen anzeigen.

Rezensionen filtern: So lassen Sie gezielt nur die schlechten App-Bewertungen anzeigen.

Schlechte Bewertungen aufspüren

Der App Store zeigt standardmäßig die „nützlichsten Rezension“ an, die normalerweise einen Querschnitt von positiven und negativen Aspekten berücksichten. Um gezielt alle schlechten Rezensionen durchzusehen tippen Sie bei „Sortieren nach“ auf „Kritischste“.

 

Checkliste

Zehn goldene Tipps zum App-Kauf

Bewertungs-Check

Lesen oder überfliegen Sie vor der Installation einer App die Rezensionen anderer Nutzer. Fallen Ihnen gehäuft schlechte Bewertungen für eine App ins Auge, sollten Sie von einem Download absehen.

Hauptbewertungskriterium beim App-Kauf ist meist der Durchschnitt der vergebenen Sterne. Die unter dem App-Namen angezeigten Sterne beziehen sich aber nur auf die aktuelle App-Version. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, tippen Sie erst auf „Rezensionen > Alle Versionen“, um die Durchschnittsbewertung für alle bislang veröffentlichen Versionen anzusehen.

Apps im Web prüfen

Sie wollen mehr über eine App herausfinden? Dabei kann eine kurze Recherche im Internet helfen. Suchen Sie mit Google nach dem jeweiligen App-Namen. Außerhalb des App Stores finden sich leicht eindeutige Belege, die für oder gegen eine App sprechen.

App-Hersteller erkunden

Unterhalb des App-Namens führt Apple den Herstellernamen auf. Das gestattet Rückschlüsse auf den Anbieter: Steht hier ein Klartextname wie Peter Müller oder Magnus Karloffs, so handelt es sich in der Regel um eine kleine gewerbliche oder freiberufliche Entwickler-Schmiede oder eine einzelne Person. Ist jedoch ein Firmenname mit Zusatz wie GmbH, AG oder ein vergleichbares ausländisches Unternehmenskürzel wie Inc, LLC, Ltd, BV, SARL oder S.A. angegeben, steckt ein Unternehmen hinter der App. Erfahrungsgemäß besteht bei Unternehmen eine größere Wahrscheinlichkeit, dass die betreffende App weiterentwickelt und mit Updates versorgt wird – ein wichtiger Punkt, wenn Sie etwa bei einer Büro-App viel Zeit in die Eingabe von Daten investieren.

App-Entwickler checken

Ein Tipper auf „Website des Entwicklers“ bringt Sie zur Homepage des App-Herstellers. Hier lohnt ein kurzer Blick, denn gerade der erste Eindruck ist es, der zählt: Wie präsentiert der Entwickler sich und seine Produkte und gibt es einen Hilfebereich?

Der Dubletten-Trick

Um Kasse zu machen, veröffentlichen Entwickler mitunter ein und dieselbe App gleich mehrfach unter zig unterschiedlichen Bezeichnungen im App Store. Manchmal wird die App dabei minimal verändert, um bei der App-Prüfung durch Apple nicht aufzufallen. Vor allem bei Foto- und Spaß-Apps sowie bei Spielen sind solche App-Dubletten populär, um im App Store möglichst viele Nutzer zu erreichen. Oder es handelt sich um generische Apps, also ein App- Grundgerüst, das für verschiedene Zwecke nur leicht angepasst wird.

Doppeltes-Lottchen-Trick: In dieser App-Store-Ansicht finden Sie schnell heraus, ob ein Hersteller eventuell mehrere ähnlich gelagerte Apps anbietet.

Solchen Mehrfachveröffentlichungen kommen Sie im App Store durch einen Tipper auf den Entwicklernamen auf die Schliche – gegebenenfalls müssen Sie noch auf „Alle anzeigen“ tippen. Damit zeigt Apple eine Übersicht aller Apps eines Herstellers nach iPhone und iPad sortiert an.

Kostenfallen bei Apps

Nicht jede App, die beim Download kostenlos ist, bleibt das auch dauerhaft. Bei vielen vermeintlichen Gratis-Apps fallen nach einer gewissen Laufzeit Kosten an oder man kann sie ohne In-App Käufe oder das Abonnement eines Online-Dienstes nicht in vollem Umfang nutzen. Auf In-App-Käufe weist der App Store deutlich hin. Tippen Sie in der App-Beschreibung auf „In-App-Käufe anzeigen“, um sich einen Überblick über die möglichen Folgekosten zu verschaffen, die auf Sie zukommen können.

Alten Kram meiden: „Vorherige Aktualisierungen“ verrät, wie oft es Updates gibt.

Alten Kram meiden: „Vorherige Aktualisierungen“ verrät, wie oft es Updates gibt.

Alten Kram meiden

Längst nicht jeder Hersteller ist nach der Veröffentlichung seiner App um Updates bemüht. Im App Store ist bei jeder App hinter „Aktualisiert“ angegeben, wann die vorliegende Version veröffentlicht wurde. Durch Antippen von „Vorherige Aktualisierungen“ oder „Versionen zeigen“ sehen Sie genau, wie häufig und in welchem Intervall bislang Updates erschienen sind. Außerdem erfahren Sie, welche Verbesserungen es gab.

Redlichkeits-Check

Medizinische Tipps, Notfallanleitungen oder juristische Ratgeber – als Nutzer entsprechender Apps müssen Sie sich auf die Seriosität und Qualität der gebotenen Infos verlassen können. Sehen Sie in der App-Beschreibung oder auf der Website des App-Herstellers nach Referenzen, die ihn für das jeweilige Themengebiet fachkundig und vertrauenswürdig erscheinen lassen.

Plagiate auslassen

Vor allem bei Spielen erscheint es manchen Entwicklern lukrativer, einfach eine erfolgreiche App zu kopieren, statt sich selbst etwas Neues auszudenken. Ärgerlich sind Plagiate, wenn man bereits das Original besitzt und dann noch Geld für eine schlechtere Kopie ausgibt – manche Klon-Apps kosten am Ende gar mehr als das Original. Halbwegs schützen kann man sich vor Plagiaten durch das genaue Prüfen von Beschreibung und App-Screenshots im App Store.

Vorsicht Datenschutz

Bestenlisten sagen nichts über die Sicherheit und den Datenschutz aus. Mit beidem nehmen es manche Apps nicht so genau. Kaum Schutz gibt es vor Apps, die persönliche Daten wie Benutzernamen, Kennwörter oder PINs unverschlüsselt übertragen, sodass die Daten mit einem Netzwerk-Sniffer unbemerkt mitgeschnitten werden können. Andere Apps gehen wenig transparent mit den Daten der Nutzer um und leiten etwa Kontakte, Protokolle und anderes an den App-Herausgeber weiter. Solche Datenschutzrisiken lassen sich nicht generell meiden, allerdings hilft ein vorbeugender Blick in die AGBs. Dieses lange und in Apps oft schwer aufzufindende Vertragskauderwelsch liefert Infos zur Datennutzung.

 

2017-12-18T22:36:42+00:00Freitag, 26. August 2016|
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